Wie wollen wir leben?

Wie werden unsere Städte in 15 Jahren aussehen? Oder in 50? The Sooner Now ist eine Initiative von MINI und Freunde von Freunden, die nach Antworten auf diese Frage sucht und den Dialog über das urbane Leben der Zukunft vorantreibt. The Sooner Now ist eine Plattform für innovative und inspirierende Projekte, die Eines gemeinsam haben: unseren urbanen Alltag weiterhin lebenswert zu machen. Unser Fokus liegt darin, kreativen Lösungen Aufmerksamkeit zu verschaffen und Vordenkern eine Plattform zu bieten. Gemeinsam mit Oke Hauser, Creative Lead MINI Living, wirft The Sonner Now einen Blick auf die Zukunft urbaner Nachbarschaften.

Dass sich selbst im Zentrum einer Megacity noch visionäre Projekte realisieren lassen, beweist ein geplantes Co-Living-Gebäude von MINI LIVING in Shanghai, das 2019 eröffnen wird. Im Rahmen von MINI LIVING entstehen seit 2016 weltweit neuartige Ideen für das Leben in urbanen Ballungsgebieten. Oke Hauser repräsentiert die Initiative als Creative Lead und Projektmanager. „Wir leben in einer Zeit, die von großer, internationaler Mobilität geprägt ist“, sagt Hauser. Er selbst ist dafür das beste Beispiel. Nach Stationen in der Schweiz, Berlin und New York lebt er momentan zumindest zeitweilig in München, aber eigentlich, so sagt er, sei sein Hauptwohnsitz der Koffer.

Der Standort in China wird nicht der einzige bleiben, es gibt Planungen in weiteren Städten. Auf 8000 Quadratmetern wird ein Gebäude errichtet, das Wohn- und Arbeitsflächen unter einem Dach vereint, aber auch Räume für Freizeit, Kultur und Begegnung anbietet. „Viele Menschen pendeln zwischen Städten und sogar Ländern, aber es fehlt ein passendes Wohnangebot, das kurze Mietverträge erlaubt und die temporären Bewohner dennoch mit der lokalen Kultur verbindet“, erklärt Hauser das zugrundeliegende Konzept.

Als Creative Lead bei MINI LIVING beschäftigt sich Oke Hauser mit innovativen Formen des Zusammenlebens. Eben diese Lücke soll das Projekt in Shanghai schließen: mit sehr flexiblen Mietangeboten bereits ab einem Monat. Das Gebäude vereint sämtliche Elemente einer Stadt, es gibt Ausstellungs- und Arbeitsflächen. „Wir wollten ein Gebäude, das sich nach außen öffnet, es soll mit der Stadt Kontakt aufnehmen, ohne Mitgliedschaft und mit einer Open-Door-Philosophie“, sagt Hauser. Das Konzept soll eine Alternative zu anonymen Wohnghettos bieten. Normalerweise treffe man seine Nachbarn höchstens mal zufällig im Korridor, in der Waschküche oder im Aufzug. Die Architektur muss laut Hauser aber mehr Orte der Begegnung schaffen.
Gerade die jüngere Generation begegnet der neuen Sharing-Kultur mit Selbstverständlichkeit, doch fehlen häufig noch die richtigen Angebote auf dem Wohnungsmarkt. Der Begriff des Teilens wird Oke Hausers Meinung nach oft zu dogmatisch und vor allem mit Verzicht gleichgesetzt. Er plädiert für eine neue Konnotation: „Sharing bedeutet für mich, dass man mehr hat.“ Heißt konkret für das Gebäude in Shanghai: „Du mietest bei MINI LIVING ein eigenes Apartment, aber wohnst im ganzen Haus und hast viele Zusatzangebote: „Big life on a small footprint“, so die Philosophie. Den deutschen Trend, dass die Wohnfläche pro Person steigt – aktuell beträgt sie rund 47 Quadratmeter – hält Hauser nicht für die Lösung. „Bei innovativen Wohntypologien setzt man eher auf weniger Fläche pro Person.“ Er sieht auch in Ballungszentren noch Potenzial, um Großprojekte umzusetzen. „Man muss dafür ein kreatives Auge haben.“ Nicht der Raum ist entscheidend, sondern wie man mit ihm umgeht.

Sharing bedeutet für mich, dass man mehr hat.

Oke Hauser
2019 eröffnet MINI LIVING sein erstes Co-Living-Haus in Shanghai. Dafür wird ein alter Industriekomplex zu einem mehrschichtigen Angebot aus Apartments, Arbeitsräumen sowie Kultur- und Freizeitangeboten umgewandelt.

The Sooner Now ist eine gemeinsame initiative von FvF und MINI Deutschland, die sich der Frage angenommen hat, wie wir zukünftig in unseren Städten leben wollen. Über das Jahr hinweg fanden Gesprächsrunden und Vorträge in ausgewählten deutschen Großstädten statt. Alle diesjährigen Stationen sind hier zu finden. Die langjährige Zusammenarbeit wird in diesem Jahr vom Designmagazin IDEAT unterstützt.

Production and interview by Freunde von Freunden
Text: Annette Walter
Fotografie: Jan Søndergaard, Aimee Shirley, Daniel Müller

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