OLIVER HEILMER, Leiter MINI Design.

Für Oliver Heilmer, seit September 2017 Leiter MINI Design, ist Design nicht nur Beruf, sondern Berufung. Bereits seit Kindertagen leitet den gebürtigen Münchner der Wunsch, Automobile zu gestalten. Seine Vorstellung von gutem Design, seine Pläne für die Zukunft der Marke MINI und warum es dafür auch Mut braucht, verrät Oliver Heilmer im folgenden Interview.

1. Warum sind Sie Automobildesigner geworden?

Seitdem ich denken kann, haben mich Autos unglaublich fasziniert. Ich habe auch schon immer welche gezeichnet – mit Begeisterung. Das fing damit an, dass ich als kleiner Junge zusätzliche Spoiler über die Fotos in Autozeitschriften gemalt habe. Etwas später begann ich, eigene Fahrzeuge zu entwerfen und zu zeichnen. Entsprechend schnell war klar: Ich will Autodesigner werden.

Als Automobildesigner gestalten wir aktiv einen wichtigen Teil unser aller Zukunft, und wir wollen stets das Beste aus der spannenden Zeit machen.

Oliver Heilmer

2. Woher erhalten Sie Ihre Inspiration? Was fasziniert Sie?

Grundsätzlich fasziniert mich alles, was mir einen Impuls gibt und meine Kreativität anregt. Beispielsweise finde ich Musik sehr inspirierend – von Jazz bis hin zu Hip-Hop. Mich begeistert aber auch die Ästhetik von Technik. Es gibt Produkte, die nach rein technischen Gesichtspunkten von Ingenieuren entwickelt und gebaut wurden – und trotzdem strahlen sie eine unglaubliche Schönheit aus.

3. Was ist für Sie „gutes Design“?

Für mich ist gutes Design in sich stimmig und spiegelt einen Zweck wider. Die Funktion muss durch die Form sofort erkennbar und vor allem auch nutzbar sein. Das hat nicht unbedingt etwas mit Schönheit zu tun. Und: Für mich ist gutes Design nicht zu laut, es muss aber ein Stück weit polarisieren – ansonsten läuft es Gefahr, beliebig zu sein. Es gibt durchaus Beispiele im Fahrzeugdesign, die zunächst stark polarisiert haben und dennoch oder gerade deswegen Wegbereiter für ein ganz neues Fahrzeugsegment waren. Gutes Design muss auch nicht zwangsweise von einem Designer kommen, allerdings ist ein gewisses Gespür für Ästhetik notwendig.

Aus meiner Sicht ist MINI eine Marke, die sich stetig weiterentwickeln, ja sogar verändern muss – nicht nur kann, sondern muss.

Oliver Heilmer

4. Was bedeutet MINI für Sie?

MINI verkörpert für mich eine selbstbewusste moderne Haltung, die weit entfernt ist von Luxus durch schiere Größe. Egal, wie exklusiv oder hochpreisig ein MINI ausgestattet ist, außen ist er immer kompakt. Für mich zeigt das, dass die Menschen, die einen MINI fahren, das vor allem für sich tun. Natürlich wollen sie eigenständig sein und ihre Persönlichkeit ein Stück weit durch das Fahrzeug ausdrücken. Aber das machen sie über die inneren Werte des Fahrzeugs. Genau das macht MINI für mich klassenlos. Dazu kommt, dass sehr viele MINI Kunden eine einzigartige, tiefe Beziehung zu ihren Fahrzeugen haben. MINI ist eine sehr emotionale Marke – das gibt es in der Form sehr selten im Automobilbereich.

5. Was begeistert Sie an Ihrem Job als Automobildesigner am meisten?

Als Automobildesigner gestalten wir aktiv einen wichtigen Teil unser aller Zukunft, und wir wollen stets das Beste aus der spannenden Zeit machen. Natürlich wissen auch wir nicht genau, was die Zukunft bringt. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass die technologischen Veränderungen, die wir erleben, positiv sein werden. Zu wissen, dass ich einen Beitrag dazu leisten kann, ist für mich jeden Morgen Antrieb genug, um aufzustehen. Was mich zusätzlich an meinem Job begeistert, ist, dass Design die Möglichkeit bietet, aufzurütteln und manche Dinge kritisch zu hinterfragen. Genau das treibt mich an. Nur zu fordern und nichts vorzuschlagen reicht mir nicht. In ein paar Jahren möchte ich in den Spiegel schauen und sagen können, ich habe alles Mögliche dafür getan, das Design und damit die Marke MINI in die Zukunft zu entwickeln. Das bisher Erreichte, was bereits beeindruckend ist, zu verwalten, ist nicht mein Anspruch.

Wir gestalten nicht mehr nur Fahrzeuge, sondern Erlebnisse.

Oliver Heilmer

6. Wo sehen Sie MINI in der Zukunft, und was möchten Sie als Leiter von MINI Design vorantreiben?

Aus meiner Sicht ist MINI eine Marke, die sich stetig weiterentwickeln, ja sogar verändern muss – nicht nur kann, sondern muss. Was wir bis heute in puncto Produktpalette bei MINI auf die Beine gestellt haben, ist sehr gut. Vor allem qualitativ sind wir so gut wie noch nie – und besser als viele unserer Wettbewerber. Trotzdem ist für mich klar: Der Weg kann nicht nur evolutionär sein. Es kommen große Themen auf uns zu: Autonomes Fahren, E-Mobilität, Digitalisierung und Shared Services sind nur ein paar davon. Und die gilt es zu gestalten. Dabei ist mir vor allem wichtig, dass die Substanz von MINI authentisch bleibt. Denn MINI ist eine urbane Marke, und das muss sie auch in Zukunft verkörpern. Daher ist MINI für mich in Zukunft auch elektrisch. Natürlich muss hinsichtlich der Infrastruktur noch viel passieren. Aber ich sehe die Zukunft positiv. Ein anderes wichtiges Thema, das uns zukünftig noch sehr viel stärker als heute beschäftigen wird, ist die Beziehung zwischen Fahrzeug und Kunde. Wir wissen, dass unsere MINI Kunden eine einzigartige Beziehung zu ihrem Fahrzeug und sogar zur Marke haben. Wäre es dann nicht toll, in Zukunft auch auf eine Art und Weise kommunizieren und interagieren zu können, wie man es sonst nur von Personen und guten Freunden gewohnt ist, anstatt über Menüs und Klicks? Und da sehe ich für MINI großes Potenzial als Wegbegleiter.

7. 2019 stellen Sie den ersten rein elektrischen MINI vor, an dem Sie aktuell arbeiten. Was können wir erwarten?

Der rein elektrische MINI wird ein echter MINI sein. Das heißt, Sie können sich auf maximale Emotion und minimale Verkehrsfläche freuen. Im Detail wird seine elektrische Natur erkennbar sein. Sicherlich durch unkonventionelle und innovative Details, die einerseits die bisherige traditionelle MINI Welt zitieren und sie gleichzeitig mit neuen Technologien verbinden wird. Details werden Sie in Kürze sehen.

 

Der rein elektrische MINI wird ein echter MINI sein. Das heißt, Sie können sich auf maximale Emotion und minimale Verkehrsfläche freuen.

Oliver Heilmer

8. Was können wir also in Zukunft von MINI und insbesondere dem Design erwarten?

MINI verweilt nicht im Jetzt oder im Gestern – auch wenn wir auf eine starke Historie zurückgreifen können. Der classic Mini wurde enorm zweckgebunden und aus einem starken Bedürfnis entwickelt. Unter anderem genau deswegen ist er heute eine Ikone. Diesen Kern möchte ich weiter in die Zukunft übersetzen – mit all den Möglichkeiten, die sich uns bieten. Gerade der Spagat zwischen Tradition und Zukunftsorientierung macht die Arbeit bei MINI Design so enorm spannend für mich. Und dabei darf, ja muss MINI provozieren. Denn MINI ist eine hoch emotionale Marke. Wir könnten und sollten es uns öfter erlauben, mutiger zu sein – auch wenn das beinhaltet, Fehler zu machen. Denn letztendlich geht es um die Emotion. MINI ist für mich jetzt schon nicht mehr nur ein Produkt – MINI verkörpert für mich eine Haltung. MINI steht für stetige Veränderung und das urbane Umfeld: das MINI Herz schlägt im Ballungszentrum. Und für mich bedeutet MINI definitiv Diversity – das Gegenteil von Monokultur. MINI passt in keine Schublade.

Vielen Dank!

Production and interview by Freunde von Freunden
Charged with passion.

MINI Electric.

Raumwunder, Kultdesign und Go-Kart Feeling. Alles, was Sie an Ihrem MINI lieben - um eine ganz neue Dimension ergänzt.

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