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03. NOVEMBER 2016

GROSSE FREIHEIT AUF KLEINEM RAUM.

DAS BAUMHAUS: EIN ORT, AN DEM FANTASIEN WIRKLICHKEIT WERDEN. KINDER WIE AUCH ERWACHSENE ERFASST DIE SEHNSUCHT, WENN SIE AN BRETTERBUDEN IN BAUMWIPFELN DENKEN. UND SO ERLEBT DAS BAUMHAUS DERZEIT SEIN REVIVAL, ALS VERSCHLAG IM APFELBAUM ODER ALS TRAUMPALAST HOCH OBEN IN DEN WIPFELN DER WÄLDER.

Die Füße auf dem letzten Ast, der das eigene Gewicht noch tragen kann, den Kopf durch die Blätter des Wipfels gestreckt. Über einem nur der blaue Himmel, das Rascheln der Blätter im Ohr. Ein großartiges Gefühl war das früher als Kind, wenn man den größten Baum im Garten, im Park oder im Wald bezwungen hatte. Und dann stand man da und dachte: Hier oben, hier könnte ich bleiben, man bräuchte nur ein paar Bretter und Nägel.

 

Ein Gedanke, der nicht nur Kinder einfängt. Thilo Mischke hat die Sehnsucht nach einem eigenen Baumhaus nie wirklich losgelassen, nach diesem „Refugium, in dem die Kindheit mit dem Erwachsensein verschmilzt“. Als kleiner Junge habe er immer von einem eigenen Tree House geträumt, sagt der Pro7-Moderator. Nur der Garten, wo er es hätte bauen können, fehlte. Heute lebt der 35-jährige Berliner mit seiner Frau zusammen, die ein kleines Waldstück in Brandenburg besitzt. „Im letzten Jahr habe ich dort einen Baum gefällt. Meinen ersten“, sagt Mischke nicht ganz ohne Stolz. Aus dem Stamm sollen nun Bretter werden, aus den Brettern ein gemütlicher Verschlag. Irgendwo in einer großen Eiche. Für ihn, für seine Freundin, als Reminiszenz an seinen Kindheitstraum und für den eigenen Seelenfrieden. „Wenn man jeden Tag acht Stunden vor dem Rechner sitzt, ist es ein wahnsinnig befriedigendes Gefühl, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen“, meint Mischke.

 

Dieses Gefühl packte auch Johannes Schnelle vor zehn Jahren. Eigentlich sollte der als frisch gelernter Zimmermann das Bauunternehmen des Vaters am Tegernsee übernehmen. Doch die ganze Büroarbeit, irgendwie zu trocken für den naturverbundenen Schelle. Also kündigte er dem eigenen Vater, gründete die Firma Baumbaron und verwirklichte sich einen lang gehegten Wunsch: Baumhäuser bauen, professionell. Anfangs glaubten nur wenige, dass man damit Geld verdienen könnte. Heute, 140 fertiggestellte Baumhäuser später – von der kleinen Bretterbude für die Kinder im Garten bis zum Baumhaus-Hotel mit 45 Appartements –, sind die Skeptiker verstummt, die Auftragsbücher voll. Hinter dem Trend zum Baumhaus steckt „der Wunsch, mit der Natur eins zu werden“, meint Schelle. „Förmlich in sie einzusteigen, das ist der Reiz.“ Große Freiheit auf kleinem Raum.

 

Und die wollen nicht nur Menschen in Deutschland erleben. In den USA übertreffen sich Architekten bei den Entwürfen sogenannter Tiny Houses. Kleine, schicke, günstige Häuser, die nur das Nötigste bieten, dafür recht einfach mitten in der Natur aufgebaut werden können. In London und Hamburg erfüllen sich immer mehr Menschen ihren Wohntraum auf Hausbooten. Und selbst das berühmte 5-Sterne-Hotel Kranzbach in Bayern bietet seinen Gästen seit Neustem die Übernachtung in einem 50-Quadratmeter-Baumhaus im Park des Anwesens an. 

 

Was sie alle eint, ist die Kreativität, mit der eingeschränkter Raum genutzt wird, sowie der Baustoff, aus dem sie geschaffen werden: Holz – warm, nachhaltig, einfach zu verarbeiten, in seiner Struktur immer einzigartig. Ein Material, das man anfassen möchte, auf dem man gerne barfuß läuft, das Kindheitserinnerungen weckt. Weil es lebt, weil es ein Stück Natur ist, ehrlich und vertrauenserweckend.

 

So liefert das Baumhaus ein einfaches Refugium, um dem hektischen Alltag zu entfliehen. Die Möglichkeit des Perspektivwechsels mitten in der Natur. Und das Baumhaus zeigt uns in einer Zeit, in der die Menschen den Massenkonsum, die Verschwendung unserer Ressourcen sowie den unnötigen Luxus immer mehr hinterfragen, wie wenig doch nötig ist, um sich frei zu fühlen: vier Bretterwände, ein Dach, ein kleines Fenster und ein paar an den Baumstamm genagelte Bohlen als Leiter – mehr braucht es manchmal nicht.

Rat und Inspiration für alle, die ein eigenes Baumhaus planen, gibt es unter:

Wer sich lieber ein Baumhaus bauen lassen will, besucht den Baumbaron:

 

*Angaben Kraftstoffverbrauch/CO2-Emission für das genannte Modell 

 

 

MINI Countryman:

Kraftstoffverbrauch (je nach Modell), innerorts: 9,0 bis 4,8 [7,9 bis 4,8] l/100 km, außerorts: 6,0 bis 4,0 [5,8 bis 4,1] l/100 km, kombiniert: 7,1 bis 4,3 [6,6 bis 4,4] l/100 km;

CO2-Emissionen (je nach Modell), kombiniert: 162 bis 113 [150 bis 115] g/km. Werte in [ ] gelten für Fahrzeuge mit Automatikgetriebe.

Effizienzklasse: D-A [C-A]