22. November 2017

MINI Perspektiven

Vom Fahrradreifen zum Cyber Tyre.

Pirelli – das klingt für viele nach Rennfahrerromantik und exklusiven Kalendern. Dass dahinter aber natürlich viel mehr steckt, erzählt uns einer, der es wissen muss: Christof Mühlhause.

Sie kennen jede Rennstrecke dieser Welt. Und haben darauf mehr Siege eingefahren als jeder Fahrer. Die Rede ist von den Autoreifen der legendären Marke Pirelli. Wir wollten wissen, was den Mythos hinter dem Namen ausmacht. Und vor allem: Wer sorgt eigentlich dafür, dass viele unserer Fahrzeuge seit über 100 Jahren in italienischen Schuhen unterwegs sind? Was die Macher der Pneus bei Pirelli eint: Für sie alle ist ein Reifen weit mehr als nur ein Gummiring. „Schon als Kind fand ich Fahrradreifen toll. Die unterschiedlichen Modelle haben mich fasziniert und ich habe mit meinem Geländefahrrad alle möglichen Profile auf Sand, Matsch und Schotter ausprobiert“, verrät uns Christof Mühlhause. Diese Faszination hat ihn nie losgelassen. Heute ist er Leiter der High-Performance-Reifenentwicklung bei Pirelli und ein echter Reifenenthusiast, der mit ganzem Herzen dabei ist.

Begonnen hat die lange Geschichte des heutigen Hightech-Unternehmens bereits 1872, ursprünglich als Gummiwarenunternehmen. Die Autoreifenproduktion – und damit der Grundstein für den Erfolg zahlloser Fahrer vom Motorsport bis zur Formel 1 – begann erst einige Jahrzehnte später zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Seitdem läuft es aber sprichwörtlich rund für den Konzern. Und das soll auch in Zukunft so bleiben. Christof Mühlhause blickt nach vorn: „Hier wird es zukünftig interessante Technologien geben. Der Pirelli Cyber Tyre erfasst beispielsweise mithilfe eines hoch entwickelten Sensors permanent wichtige Informationen zu der Leistung des Fahrzeugs, dem Zustand der Fahrbahn sowie den Verhältnissen im Reifen selbst. Die Daten können sowohl an den Fahrer als auch an die Fahrerassistenzsysteme übermittelt werden.“ Auch beim Thema Nachhaltigkeit denkt man beim Premiumhersteller an morgen. Denn Naturkautschuk ist nicht unumstritten – Stichwort Monokultur. Einen vielversprechenden Ansatz bietet die Guayule. Auch wenn der Name nach Energydrink klingt: Dieser Strauch ist eine echte Alternative zum Naturkautschuk. Wobei der schnöde Begriff Kautschuk den Hightech-Pneus ohnehin nicht mehr gerecht wird: „Genau genommen besteht ein Reifen im Schnitt aus ca. 200 Rohmaterialien und bis zu 15 verschiedenen Gummimischungen, teils aus natürlichem, teils aus künstlichem Kautschuk.“ Man lernt nie aus.

Aber warum überhaupt Gummi? Auch darauf hat Mühlhause eine Antwort: „Dieses Material hat diverse Vorteile wie hohe Reißfestigkeit bei gleichzeitig hoher Flexibilität, es federt und ist witterungsbeständig.“ Und passt dabei – typisch italienisch –, für die Erstausrüstung exakt auf das jeweilige Fahrzeugmodell maßgeschneidert abgestimmt, immer perfekt zum Gesamtbild. „Perfect Fit“ nennt Pirelli diesen strategischen und performanceorientierten Ansatz. Denn schließlich macht der Pneu über 50 % des Fahrverhaltens eines Wagens aus. Den Fahrzeugherstellern ist also grundsätzlich viel daran gelegen, den idealen Reifen für ihre Modelle zu wählen. Extrawünsche gehören da zum Tagesgeschäft. Daher bietet Pirelli neben den bekannten Serienreifen für die Straße vornehmlich für die Premium- und Prestigesegmente weitere Möglichkeiten zur Individualisierung an: Pirelli entwickelte die Color Edition, um der steigenden Nachfrage von Kunden zur Verschönerung ihrer Automobile gerecht zu werden. Auch in der Vergangenheit entwickelte der Premiumhersteller immer wieder innovative Technologien zur Steigerung von Sicherheit, Leistung, Komfort und Nachhaltigkeit. So wie das Pirelli-Noise-Cancelling-System zur Reduzierung des Reifen-Fahrbahn-Geräuschs und zur Steigerung des Fahrkomforts. Oder auch den Run-Flat-Reifen zur Erhöhung der Mobilität.

 

Und wie merkt man nun, ob man mit Qualitätsreifen unterwegs ist? „Unsere Reifen werden in rund 50 Leistungskategorien getestet. Ein Premiumreifen zeichnet sich hier durch gute Leistungen in sämtlichen Kategorien aus. Weniger gute Reifen erreichen nur in wenigen ausgewählten Leistungskategorien überdurchschnittliche Werte.“ Um also unterwegs nicht festzustellen, dass man gerade mit einem Underperformer in die Leitplanke schlittert, sollten Fahrer beim Reifenkauf für Ihren MINI auf die Sternmarkierung achten. Mit diesen speziell für das jeweilige Fahrzeug angepassten Reifen werden die besten Fahreigenschaften erreicht. So rüsten viele Autobauer wie auch MINI ihre Fahrzeuge ab Werk unter anderem mit Reifen von Pirelli aus. Außerdem ist jeder MINI Händler auch ein kompetenter Partner, wenn es um die optimale Reifenberatung geht.

 

Zum Abschied verrät uns Christof Mühlhause noch ein gut gehütetes Geheimnis: „Für die Bewertung der Reifen nutzen die Testfahrer zum einen mit Messinstrumenten ausgestattete Fahrzeuge – zum anderen aber auch das sogenannte Popometer.“ Wer jetzt an seinem Fachwortschatz zweifelt: Das Popometer misst, wie der erfahrene Reifentester das Fahrerlebnis durch subjektives, jahrelang trainiertes Empfinden bewertet. Und das mit seinem – richtig: Popo. Ein Name, der einleuchtet. Sorgt ein guter Reifen doch dafür, dass sich auch langes Fahren stets italienisch-leicht anfühlt. Wir merken also: Zu einem guten Reifen gehören nicht nur Stil, Können und Technik – sondern immer auch eine Prise Humor.

MINI PERSPEKTIVEN

MÄNNER MIT PROFIL.

Im Goodyear Innovation Center in Luxemburg entwerfen die beiden Industriedesigner Frederic Ngo und Armand LeConte die Zukunft des Autoreifens. Warum es dabei nicht nur um Bremswegoptimierung und Lärmreduzierung geht, sondern auch um Reisschalen und Geckotatzen erklären die beiden im Gespräch mit MINI News & Stories.

MINI Drehmomente

Problemlos wieder makellos.

Ihr MINI ist ein treuer Begleiter, der Sie sicher durch Ihren Alltag bringt. Kleinere Gebrauchsspuren bleiben da nicht aus. Ihre MINI Service Partner sorgen dafür, dass diese ohne großen Aufwand auch wieder verschwinden.