27. april 2017

MINI STADTGESPRÄCH

ORIGINALE #7: STRANDGUT IN MÜNCHEN.

Die Suche nach echten Originalen führt uns diesen Monat nach München – zu Strandgut. Ein inspirierender Ort, an dem kleine Designlabels auf großartiges Vintage-Industriedesign treffen.

Schon wieder so ein Laden, der dasselbe anbietet wie das hippe Möbelgeschäft um die Ecke? Weit gefehlt. Bei Strandgut in München-Haidhausen findet man neben kleinen Designlabels und Schätzen aus aller Welt auch restauriertes Vintage-Industriedesign – und vor allem einen inspirierenden Menschen dahinter. Carsten Lippstock ist nicht nur Setbauer und Artdirector für Film und Werbung, sondern auch kreativer Kopf hinter individuell kreierten Möbeln, für die seine Kunden auch schon mal aus anderen Bundesländern anreisen. „Angefangen hat alles eigentlich mit Quilts“, erzählt er. Die kunstvollen gefertigten Decken, die er von kleinen Manufakturen aus Indien bezieht, verkauft er gemeinsam mit seiner Freundin Gabriele Richter zunächst online, dann gemeinsam mit dem befreundeten Künstler Fritz Baumann in dessen Showroom. Wie man sich als professioneller Händler positionieren muss, wusste Carsten Lippstock damals noch nicht. Aber er bleibt auch heute noch seinem Motto treu: „Ich schaue mir immer genau an, was ich gerade mache, und dann frage ich mich: Was kann ich besser machen?“ Schnell war klar: Ein eigener Laden muss her. Wie es der Zufall will, meldete sich ein befreundeter Heilpraktiker, der seinen Umzug plante und Carsten Lippstock seine Praxisräume überließ. Strandgut war geboren. Die Idee zum Namen? Genau wie man im Urlaub am Strand individuelle Unikate findet und mit nach Hause nimmt, gibt es bei Carsten Lippstock auch immer etwas Besonderes und Ungewöhnliches zu entdecken.  

So kamen nach und nach zu den bei den Kunden beliebten Quilts aus Indien und Südamerika weitere einzigartige Stücke hinzu: Kunsthandwerk, Geschirr, Vasen und unterschiedlichste Accessoires zum Wohnen und Leben. Außerdem: kleine Designlabels aus Holland, Spanien und England, Textilien aus der Türkei sowie Lampen und eben das eindeutige Steckenpferd von Strandgut – Vintage-Industriedesign. Um diese besonderen Stücke aus dem frühen 20. Jahrhundert zu finden, besucht Lippstock Märkte in ganz Europa und lässt seine Beziehungen zu Kunsthandwerkern spielen. Was für Stücke das genau sind? Das lässt sich schwer sagen, da das Sortiment bei Strandgut stetig wechselt. So findet man vom klassischen Rowac-Hocker über Werkzeugschränke oder Bäckereimöbel bis hin zu einem Sideboard, das auf Schienen fahren kann, fast alles, was das Vintage- und Designliebhaber-Herz begehrt. Das Besondere: Vor dem Verkauf wird jedes Möbelstück von befreundeten Schreinern, Schlossern oder in der eigenen Werkstatt von Carsten Lippstock und seinen Kollegen selbst durchgecheckt, restauriert und auf individuelle Kundenwünsche angepasst.

Der Gedanke dahinter? „Unser Konsum und die heutige Wegwerfgesellschaft sind eng miteinander verbunden. Wir alle müssen lernen, viel bewusster mit Ressourcen umzugehen“, erklärt Carsten Lippstock. „Wenn ich die Wahl hätte zwischen Neuware, die zwar schön, aber dafür billig ist, und Produkten mit einer Seele und einem hohen qualitativen Anspruch, würde ich mich immer für Letzteres entscheiden.“ Genau das tun seine Kunden auch und warten dafür auch gerne mal einige Monate, bis ihr persönliches Stück fertig ist. Denn das Warten lohnt sich: „Wir wollen ja nicht einfach nur schnelles Geld verdienen, sondern individuelle Dinge schaffen, die Menschen nachhaltig glücklich machen.“ Diesen künstlerischen Anspruch fühlt man in jedem Produkt, das Carsten Lippstock im Angebot hat. Und da kann es auch schon mal vorkommen, dass ein Kunde eigentlich nur eine Tasse sucht und sich dann in einen Tisch verliebt. Viele seiner Kunden kommen auch zum Gucken oder um sich Inspiration zu holen, manche kommen aus der Nachbarschaft und bringen gleich die Einladung zum Geburtstag mit und wieder andere betreten den Laden und verschwinden dann für zwei Stunden zwischen all den Unikaten. Jeder Tag ist anders, aber immer voll Inspiration. Die findet man sogar vor dem Laden. Hier hat Carsten Lippstock in Kooperation mit Green City einen kleinen Grünstreifen an der Straße zu neuem Leben erweckt und zum Stadtgarten gemacht. Getreu seinem Motto: „Was kann ich besser machen?“

 

Strandgut, Sedanstraße 17, 81667 München

MINI STADTGESPRÄCH

ORIGINALE #6: DIE SARDINEN.BAR IN BERLIN.

Diesmal führt unsere Suche nach Originalen in Deutschland nach Berlin. In der kürzlich eröffneten Sardinen.Bar serviert Thomas Vetter Feinkost aus der Fischdose.

MINI STADTGESPRÄCH

ORIGINALE #5: UMUT’S MEISTERSCHNITT IN MÜNCHEN.

Wie jeden Monat hat MINI erneut ein Original aufgetan. Diesmal waren wir zu Besuch bei Umut Simsek in München – Barbershop, Friseur und Szenetreffpunkt.

MINI STADTGESPRÄCH

ORIGINALE #4: MUTTERLAND IN HAMBURG.

Jeden Monat begeben wir uns auf die Suche nach Orten, an denen Originalität, Handwerk und Qualität im Vordergrund stehen. Wie bei Mutterland in Hamburg, wo Jan Schawe seinen Traum vom zeitgemässen Kaufmannsladen verwirklicht hat.