12. april 2017

SAUBER!

Die Ressourcen unserer Erde sind begrenzt. Trotzdem verhalten sich einige, als wäre endlos Happy Hour. Andere entwickeln völlig neue und kreative Ansätze zur emissionsfreien Energie- und Trinkwassergewinnung. Drei saubere Ideen.

#1: Schicker Strom

Isaac Newton lag bekanntlich unter einem Baum, als ihn ein herabfallender Apfel auf die Idee mit der Schwerkraft brachte. Ein Baum inspirierte auch den Franzose Jerome Michaud-Lariviere zu seinem genialen Einfall. Vielmehr dessen Blätter. Die sah er im Wind flattern und fragte: Warum diese Bewegungsenergie nicht nutzen? Also dachte er das Windrad neu – denn so ein Monstrum will niemand vor der Tür und erst recht nicht in seinem Garten stehen haben. Seinen WindTree hingegen? Irgendwie schick, die Konstruktion, modern und urban. Fast moderne Kunst, die sich gut auf öffentlichen Plätzen oder den Dachterrassen von Unternehmen machen könnte. Die Idee dahinter: 63 sogenannte grüne Aeroleafs werden auf einer weißen baumartigen Konstruktion verankert. Jedes davon ist eine kleine, hochsensible Windturbine, die schon bei geringsten Windböen Energie erzeugt und diese dann durch den „Stamm“ an einen Speicher liefert. Und gemeinsam sind sie stark: Ein einzelner WindTree erzeugt bis zu 2.400 kWh jährlich. Genug, um 83 Prozent des Energiebedarfs einer durchschnittlichen französischen Familie abzudecken oder 15 Straßenlaternen zu erleuchten.

#2: Clevere Wasserquelle

In vielen Gegenden der Welt sinkt der Grundwasserspiegel dramatisch – beispielsweise im Süden der USA. In anderen ist Wasser schlichtweg rar – wie in großen Teilen Afrikas und dem Mittleren Osten. Gleichzeitig verseucht die Industrie Flüsse und Seen. Einige Experten sehen deshalb in der Trinkwasserknappheit einen der Hauptkriegsgründe der Zukunft. Denn unsere Süßwasservorräte sind begrenzt, zudem höchst unterschiedlich verteilt, bei wachsender Bevölkerungszahl. Schon heute haben rund 2,5 Milliarden Menschen kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser. Und da kommt der WaterSeer ins Spiel. Der filtert mithilfe der Windkraft Wasser aus der Luft – kostengünstig und autark. Das einfache Prinzip: Ein unterirdisches Auffangbecken wird knapp zwei Meter unter der Erde eingegraben. Ein Rohr verbindet es mit einer Windturbine. Diese leitet Luft in den Untergrund, wo sie abkühlt und Kondenswasser bildet. So können bis zu 41 Liter reines Trinkwasser gewonnen werden. Täglich. Tests mit Prototypen in Kalifornien liefen so vielversprechend, dass der WaterSeer noch dieses Jahr in Produktion geht. Gute Sache: Für jedes in den USA verkaufte System wird ein WaterSeer an eine Entwicklungsorganisation gespendet.

#3: Energie to go

Unterwegs eine Power Bank dabeizuhaben, gehört mittlerweile fast zum Standard. Zu energiehungrig und nutzungsintensiv sind unsere Smartphones, Kameras, iPads und Navigationsgeräte, um mit einer Batterieladung lange Tage zu überdauern. Doch die mobilen Energiespender haben einen großen Nachteil: Genau wie unsere Endgeräte müssen sie erst aufgeladen werden, um sie verwenden zu können. Unpraktisch, vor allem, wenn man gerade in der Wildnis unterwegs ist. Genau für solche Situationen hat das Start-up Enomad ein tragbares Wasserkraftwerk entwickelt. Der sogenannte Estream ist kaum größer als eine Flasche Wasser, wiegt gerade mal 800 Gramm und passt in jeden Rucksack. Das Prinzip: Eine aufklappbare Turbine ist mit einem kleinen Generator verbunden, der Bewegung in Energie umwandelt und in einem Akku speichert. Wer die Turbine in Gang setzen will, befestigt sie mit einem kleinen Anker in einem fließenden Gewässer, die Strömung tut dann ihr Übriges. In 4,5 Stunden ist der Akku voll geladen und liefert genug Energie, um drei Handys, Kameras oder Tablet-PCs zu versorgen. Praktisch: Eine integrierte LED-Leuchte macht aus dem Estream gleichzeitig eine tragbare Camping-Lampe – damit nachts niemand über die ganzen Ladekabel fällt.

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