22. februar 2017

AUS ALT MACH WOW.

Technischer Fortschritt, schnelllebige Trends und eine verschwenderische Lebensweise befeuern nicht nur die Lust am Konsum, sie produzieren auch jede Menge Abfallstoffe. Doch, warum sollen wir eigentlich immer Neues produzieren, wo uns so viel umgibt, woraus man Neues kreieren kann? Auf diese Frage ist Upcycling die Antwort.

Es begann 1994. Der deutsche Ingenieur Reiner Pilz kritisierte, dass gut verwendbare Bau-Rohstoffe bei Abrissarbeiten zerstört würden, anstatt sie wiederzuverwerten. Man müsse diese Rohstoffe aufwerten, sprich „upcyceln“, anstatt sie nur als Untergrundmaterial für Pflasterarbeiten zu nutzen. So prägte er den Begriff und den damit verbundenen Gedanken des Upcycling. Im Gegensatz zum Recycling, das lediglich Rohstoffe wiederverwertet, zielt Upcycling darauf, Produkte wertiger zu machen, ihnen buchstäblich ein zweites Leben zu schenken. Statt zur Müllverwertung wandern die Produkte dann beispielsweise in die Hände von Designern und Kreativen. Eines der berühmtesten Beispiele und Mitte der 90er-Jahre aus dem Straßenbild gar nicht wegzudenken: die Freitag-Tasche. In Hamburg waren die beiden Grafikdesigner Markus und Daniel Freitag damals auf der Suche nach einem funktionellen, günstigen und robusten Taschenmaterial. Irgendwann fragten sie sich: Was passiert eigentlich mit den ausgemusterten Planen von LKWs? Die Initialzündung für ihr Taschenlabel – berühmt für seine nachhaltig produzierten, wasserdichten und praktisch unzerstörbaren Taschen, das bis heute erfolgreich existiert. Und: die Überführung des Upcycling-Trends in unseren Alltag. Getragen von dem Umweltgedanken in Kombination mit der Leidenschaft für Dinge mit individueller Geschichte ist Upcycling heute omnipräsent. Aus dem Trend wurde eine Bewegung.  

Das Gute daran: Jeder kann mitmachen. Und fast alles, was uns umgibt, bietet Potenzial für kreative Ideen und neue, spannende Produkte. So werden aus alten Tellern kunstvolle Etageren, aus leeren Rotweinflaschen Windlichter oder aus Einmachgläsern Designlampen im Industrial Style. Inspiration und Austausch bieten inzwischen unzählige Onlineplattformen.

Doch die Geschichte ist hier noch lange nicht zu Ende. Denn wo die einen Upcycling als kreatives Hobby betrachten, machen andere ein Geschäft daraus. So wie Gary Sanders aus Wien, der Möbel aus entsorgten Materialien herstellt. Er will zeigen, dass mit ein wenig Kreativität scheinbar unbrauchbaren Gegenständen neues Leben eingehaucht werden kann. „Ich finde es einfach“, sagt er über Upcycling, „andere finden das vielleicht schwieriger.“ Für ihn ist es eine ökologisch sinnvolle Alternative zu unserer allgegenwärtigen Verschwendungskultur und gleichzeitig eine Alternative zu Designs von der Stange. „Um dabei nicht von meinem Ideenreichtum überwältigt zu werden, lasse ich mich von Größe, Form und Oberfläche der Objekte inspirieren.“ So werden aus alten Trommeln Couchtische, Federbälle verwandelt er in wunderbare Lampenschirme. Eines ist ihm dabei aber besonders wichtig: Beim sogenannten Shabby Chic, einer kitschigen Neubelebung von alten Möbeln, da macht er nicht mit. Einen alten Kasten einfach nur bunt lackieren? Nein. Da zersägt er ihn lieber und setzt ihn neu zusammen. Der Anspruch, etwas Originäres zu kreieren, sei für ihn beim Upcycling unerlässlich.

Diese Bewegung unterstützen wir bei MINI ebenfalls. Denn auch wir legen besonderen Wert auf die Sinnhaftigkeit unserer Produkte – Nachhaltigkeitsgedanke und Originalität spielen dabei eine wichtige Rolle. So verwenden wir für unsere MINI Lifestyle Kollektion erstmals das innovative Material LEFA, das aus recyceltem Leder besteht. Es dient als Basismaterial für die „Material Mix“-Serie der Kollektion, beispielsweise beim MINI Backpack und bei der MINI Laptop Bag. Auf diese Weise wird aus einem nachhaltigen Gedanken am Ende ein individueller Look. Das langfristige Ziel: einen Gegenpol zur allgegenwärtigen Wegwerfgesellschaft zu schaffen. Ganz nach dem Motto: Aus Abfällen werden Einfälle. Und davon gibt es jede Menge.

MINI PERSPEKTIVEN

DER REIZ DER REDUKTION.

In unserer vernetzten, globalisierten Welt fühlen wir uns oft überfordert von den vielfältigen Optionen. Einen Gang runter zu schalten, tut da manchmal gut. „Simplify your life“ heißt die Gegenbewegung zum „Höher, Schneller, Weiter“.

MINI DREHMOMENTE

KEIN SCHNICKSCHNACK, KEIN BLING-BLING.

Die neue MINI Lifestyle Kollektion ist da. Was sie besonders macht, verraten uns Sabine Ringel und Christa Windisch, die bei MINI die Entwicklung der Kollektion betreuen – vom Kollektionskonzept über die erste Skizze bis zum fertigen Produkt.

MINI STADTGESPRÄCH

ZEITLOS. CHARAKTERSTARK. FÜRS AUGE.

Wenn Luca de' Finis und Enrico Prisco Sonnenbrillen entwerfen – etwa für die MINI Gentleman's Collection – geht es dem Designer-Duo aus Mailand nicht um trendige Optik, sondern um zeitlose Kreationen. Gemeinsam mit dem Magazin „Freunde von Freunden“ beleuchten wir die Welt von TYG Spectacles.